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Bauen wird grün - IHK Region Stuttgart

Bauen wird grün - IHK Region Stuttgart

Unsere aktuellen Neuigkeiten

Bauen wird grün - IHK Region Stuttgart

Walter Feeß vor der Nassklassierungsanlage
Walter Feeß vor der Nassklassierungsanlage ©Bernhard_J_WIDMANN

 

Nachhaltigkeit - Bauen wird grün

Die Klimaziele Deutschlands und der EU, die Notwendigkeit, angesichts des Ukraine-Krieges von fossilen Energieträgern unabhängiger zu werden – diese Trends üben einen starken Druck auf die Unternehmen aller Branchen aus. Galt die Aufmerksamkeit bisher vor allem der Stromerzeugung und dem Verkehr, rückt die Bauwirtschaft mit ihrem hohen Energieverbrauch und ihren umfangreichen CO2-Emissionen zunehmend in den Vordergrund.

Konzentriert arbeiten innovative Architekten, Planer, Bauunternehmen, die Zulieferindustrie und weitsichtige Bauherren derzeit daran, über nachhaltige Baustoffe wie Holz und Lehm oder über Kreislaufwirtschaft im Hochbau ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Das hält sie als Lieferanten großer Konzerne im Geschäft und bietet ihnen Vorteile auch beim Image, um begehrte Mitarbeiter oder umweltbewusste Kunden zu gewinnen.

Ein Beispiel, das 2021 in der Fachwelt die Runde machte, ist der 22 Millionen Euro teure Neubau von Drees & Sommer in Stuttgart-Vaihingen, der nach seiner Adresse Obere Waldplätze 12 nur „OW12“ heißt. Hier setzte das internationale Ingenieurbüro Maßstäbe in Sachen nachhaltiges Bauen. Die Fachpresse sprach gar von „Weltpremiere“. Zum Einsatz kamen hier etwa teleskopartig ausfahrbare T-Stahlträger, die nach der Demontage in 50 Jahren in einem anderen Bauwerk erneut eingesetzt werden können, sowie eine raumsparende Öko-Fassade, die gleichfalls wiederverwendet werden kann und über Bestwerte bei Schall- und Wärmeschutz verfügt. Diese sogenannte e-coFace-Fassade ist eine Entwicklung der FKN-Gruppe im hohenlohischen Neuenstein. Sie basiert auf dem Dämmstoff Calostat, der kreislauffähig ist. Das testiert das gleichfalls in Stuttgart an­sässige EPEA-Institut, das der Chemiker Michael Braungart 1995 in Hamburg gegründet hat.


"Jetzt sind die großen Investoren mit ihren Milliardenprojekten gefordert." - Nobert Pralle, Innovationsbeauftragte beim Baukonzern Züblin in Stuttgart

Walter Feeß im RC-Park Rabailen
Ressourcenschonendes Bauen propagiert und praktiziert der Kirchheimer Unternehmer Walter Feeß schon seit 2010. Jetzt scheint die Saat allmählich aufzugehen. ©Bernhard_J_WIDMANN

 

Braungart hatte sich das Kreislaufprinzip Cradle-to-Cradle (C2C) in der Natur abgeschaut und überträgt es seither auf Industrie-, Produktions- und Bauprozesse. Der Grund: Wiederverwenden und Rezyklieren spart 70 bis 90 Prozent CO2 gegenüber Entsorgen und neu Herstellen, denn es entfallen weite Transportwege beim Beschaffen und Beseitigen sowie auch der Energieaufwand beim Gewinnen von Rohstoffen aus dem Boden wie Erz, Kupfer oder Sand. Werden dann noch fossile durch regenerative Energien ersetzt, lassen sich auch die verbleibenden zehn bis 30 Prozent weiter deutlich senken. Dann ist man schon nahe an der Natur, die mit ihren Ressourcen zwar durchaus verschwenderisch umgeht, diese aber stets im Kreislauf führt und somit ständig erneuert. Ein Beispiel sind die Blüten eines Obstbaums, die herabfallen, im Boden zersetzt werden und so wieder neue Nährstoffe für den Baum bilden.

Seit Drees & Sommer eine Mehrheit von 75 Prozent an EPEA erworben hat, ist deren Außenstelle in Stuttgart größer geworden als die Zentrale in Hamburg. Das Institut berät neben Architekten vor allem die Baustoffzulieferindustrie dabei, ihre Kleber, Beschläge und anderen Produkte kreislauffähig zu machen. So be­nötigt das FKN-Fassadenmodul zum Beispiel nur einen Dämmaufbau von 90 Millimeter, um Schallgrenzwerte bis 49 Dezibel einzuhalten und ist mit insgesamt 210 Millimeter nur halb so dick wie herkömmliche Lösungen. Das bietet über die vier Etagen des Vaihinger Neubaus auf dem schmalen Grundstück am vierspurigen Autobahnzubringer einen enormen Nettogewinn an Nutzfläche, der es erlaubt, hier 200 Arbeitsplätze samt Cafeteria und Terrasse unterzubringen sowie auch einen Konferenzbereich und im Erdgeschoss eine Kantine für 1000 Nutzer. Und weil der Dämmstoff Calostat nicht brennbar ist, erreicht das Fassaden-Modul die Brandschutz-Klassifizierung für Hochhäuser mit mehr als 20 Metern Höhe. Obendrein erzeugt das OW12 nach Angaben des Bauherrn im Betrieb mehr Energie als es verbraucht. Dafür sorgen neben der Gebäudehülle Geothermie, also Wärme aus dem Boden, und PV-Module auf Dach und Südfassade. Schließlich ist die Nordfassade auch noch begrünt.

Einen Standard im ressourcenschonenden Bauen hat Walter Feeß aus Kirchheim/Teck längst gesetzt. Seit 2010 setzt der Abbruchunternehmer nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip auf Bauschuttrecycling anstelle der noch weitgehend üblichen Deponierung. Deponieflächen sind mittlerweile zu einem so kostbaren Gut geworden, dass Bauschutt aus der Region Stuttgart zum Teil bis ins Elsass transportiert werden muss. Auch verfüllt Feeß den kostbaren Beton, Ton und Kies nicht mehr als minderwertiges Material im Untergrund des Straßenbaus, sondern bereitet ihn etwa als hochwertigen Zuschlagstoff für neuen Beton im Hochbau auf. Jüngstes Beispiel dafür ist der Neubau des Esslinger Landratsamtes, der aus dem Bauschutt des dann abgerissenen Altbaus entstehen wird. Statt Kies und Sand von der Schwäbischen Alb und aus den Rheinauen zu holen, wird das Altmaterial zur Aufbereitung und zum Rücktransport nur wenige Kilometer bewegt. Mit seinen personell und mechanisch aufwändigen Verfahren vermeidet der Chef von mehr als 200 Mitarbeitern, die in Kirchheim und an fünf weiteren Standorten Wertstoffhöfe als Aufbereitungs- und Umschlagplätze betreiben, die Ausbeutung von Kies- und Sandgruben. Weil diese ohnehin seit Jahrzehnten einen schweren Eingriff in die Natur darstellen, der das Grundwasser und die Biodiversität bedroht, demonstrieren in den betroffenen Regionen, so etwa in Oberschwaben, immer mehr sensibilisierte Bürger erfolgreich dagegen.

Feeß, dem für seine Pionierarbeit 2016 der Deutsche Umweltpreis verliehen wurde, zeigt, was gesamtwirtschaftlich möglich ist, wenn einzelne Visionäre ins Handeln kommen und persönlich Verantwortung übernehmen. Bei Betonhersteller Holcim, der in der Region Stuttgart drei Werke betreibt, traf der Pionier auf offene Ohren. Der Betreiber, der bundesweit 170 Werke hat, nahm Feeß den Zuschlagstoff ab und kommt mittlerweile hier auf eine R-Betonquote von 50 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit liegt die Quote noch unter einem Prozent.

Realisierbar wären die Stuttgarter Quoten, wenn es bundesweit bei jedem Betonwerk einen Wertstoffhof gäbe, auf den die Abbruchunternehmer ihr Material sortenrein liefern könnten. Dort würde es nach dem Vorbild Feeß gewaschen, gebrochen etc. und in verarbeitbarer Konsistenz den Betonwerken bereitgestellt. Parallel müssten Architekten und Bauherren informiert und aufgeklärt werden über die Gleichwertigkeit des R-Betons, damit die Nachfrage entsteht. Durch seine räumliche Nähe konnte so etwa letztlich Feeß den Esslinger Kreistag überzeugen.

Der gesamte Beitrag ist über den Link erreichbar

 


Text: Leonhard Fromm, Journalist, Schorndorf, für Magazin Wirtschaft, Titelthema 7-8..2022 - IHK Region Stuttgart

Bilder: Heinrich Feess GmbH & Co. KG / Bernhard_J_WIDMANN

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