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Bauschutt-Recycling auf hohem Niveau

Bauschutt-Recycling auf hohem Niveau

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Bauschutt-Recycling auf hohem Niveau

Kirchheim/Teck

Ein Abbruchunternehmer erzielt Recyclingquoten von 90 Prozent, doch in vielen öffentlichen Ausschreibungen bleiben die aufbereiteten mineralischen Baustoffe unerwünscht.

Walter Feeß auf seinem Wertstoffhof in Kirchheim/Teck.

Der 3,6 ha große Wertstoffhof im baden-württembergischen Kirchheim unter Teck an der Autobahn Richtung München bildet das Herzstück der Heinrich Feess GmbH, die seit Jahren Umwelt- und Mittelstandspreise abräumt (2016 etwa den Deutschen Umweltpreis). Mittlerweile teilen 250 Mitarbeiter die Vision von Inhaber Walter Feess, wonach Gebäude Materiallager sind. Zwar liegt das Kerngeschäft des mittlerweile 65-Jährigen im Ausheben von Baugruben und Abreißen alter Gebäude und Straßen, doch längst hat Feess die Wertschöpfungskette konsequent erweitert.

„Wir können immer noch besser werden und müssen uns unserer Verantwortung für Mensch und Umwelt stellen,“ sagt Feess, der es bei dem Bauschutt, den er mit seinen Abrissen erzeugt mit aufwändigen Verfahren auf Recyclingquoten von bis zu 90 Prozent bringt. Das spart kostbaren Deponieraum, vermeidet weite Lkw-Transportfahrten und schont die natürlichen Ressourcen. Um diese hohen Quoten zu erzielen, macht er nahezu alles: Seine Bagger sind mit sechs verschiedenen Spezialwerkzeugen ausgestattet, die es teils gar nicht zu kaufen gibt, um alte Fabrikhallen und Bürogebäude möglichst sortenrein abzureißen. Denn der Praktiker weiß: Wenn die oft 80 Jahre alte Bodenplatte beim Herausholen in tausend Stücke zerbricht, ist das Material hinterher kaum mehr recycelbar. Seine Philosophie: Qualitätsrecycling beginnt bereits beim Abriss.

In der Nassklassieranlage wird Bauschutt gewaschen, um ihn sortenrein wieder zu Wertstoff aufzubereiten. Feess war 2017 bundesweit der erste Betreiber dieser irischen Erfindung.

Sortieranlage mit EU-Zuschuss

Für die Aufbereitung des Bauschutts hat Feess auf seinem Gelände Zisternen mit 2,8 Millionen Litern Fassungsvermögen angelegt, um das Regenwasser von der asphaltierten Fläche zu sammeln. Auf der Nassklassieranlage, die er mit einem EU-Zuschuss in Irland gekauft hat, werden kiesig-sandiger Erdaushub und Bauschutt mittels Regenwasser gereinigt und refraktioniert in Sand, Kiesel und andere Materialien, die anschließend sortenrein bis zum Wiederverkauf in großen Boxen auf dem Gelände lagern. Hinzu kommen Brecher, Rüttler, Mahlwerke, Siebe und andere Maschinen, die Feess kauft und teilweise von einem Subunternehmer so umbauen lässt, dass sie den Schutt zu den am Markt gefragten Fraktionen wie Sand oder Schotter unterschiedlichster Körnungen und Gewichte aufbereiten. Seine neue Siebanlage für Splitt im Wert von 250.000 Euro ging im Juni 2019 in Betrieb.

Schulungszentrum für Recycling

„Wenn Architekten unserem Recycling-Material nicht vertrauen, berücksichtigen sie es bei Ausschreibungen nicht,“ begründet Feess seine Motivation für diverse Info-Veranstaltungen. Diese finden im eigens dafür eingerichtetem Schulungszentrum statt, womit die oberen beiden Etagen der 2017 aus Recycling-Beton errichteten Aufbereitungshalle belegt sind. Hier werden nicht nur Kunden beraten und Mitarbeiter geschult. Zunehmend nutzen Professoren von Hochschulen für Bauingenieure und Architekten die Location für Exkursionen. Ende Januar besuchte eine Delegation aus dem Büro von Werner Sobek mit 20 Personen das innovative Unternehmen. Neben etlichen Studenten informierten sich Vorstand Dr. Lucio Blandini; der Geschäftsführer der Werner Sobek Green Technologies GmbH, Kurt Denzel, sowie der Experte für den Bereich Kreislaufwirtschaft und Materialrecycling, Bernd Köhler, über das hohe Recyclingniveau, um künftig solches Material häufiger und selbstverständlicher bei Bauvorhaben einzusetzen.

Während Lehmziegel üblicherweise deponiert und in Baugruben verfüllt werden, bereitet Feess sie zu hochwertigem Zuschlagstoff für R-Beton auf.

Keine Recycling-Baustoffe in der Ausschreibung

Bis zu 500 Tonnen Steine pro Tag aus dem Umkreis von 20 Kilometern kann die neue Anlage in fünf Fraktionen von zwei bis 32 Millimeter sortieren. Zuvor waren dies nur drei Varianten. „Mit den Körnungen bedienen wir nun gesetzliche Normen im Garten- und Landschafts- sowie Straßenbau, die uns neue Märkte erschließen,“ sagt Feess. Zuvor hatte die kleinste Körnung den Korridor von zwei bis acht Millimetern umfasst, womit das Recyclingmaterial im DIN-Bereich nicht immer zulässig war. Nun reicht die kleinste Einheit Norm-konform von zwei bis fünf Millimeter. Besonders attraktiv in diesem Körnungsbereich ist der Hartgesteinssplitt aus dem wertvolleren Gleisschotter. Wenn dieser gewaschen, gebrochen und gesiebt ist, liegt die Recycling-Quote bei 98 Prozent. Dieses Material aus Granit und Basalt ist etwa als Untergrund für den öffentlichen Parkraum vorgeschrieben.

Doch von der Politik und anderen Multiplikatoren fühlt sich Feess nicht hinreichend unterstützt. So werde in vielen öffentlichen Ausschreibungen noch immer explizit erwähnt, dass Recyclingmaterial nicht erwünscht ist. Feess bezieht sich stattdessen auf eine Vorgabe des Landesumweltministeriums von 2006, die – im Duktus des Kreislaufwirtschaftsgesetzes – produktneutrale Ausschreibungen vorgibt. Deshalb komme Beton aus recyceltem mineralischem Bauschutt in Deutschland auf maximal ein Prozent, obwohl Ressourcen wie Sand weltweit längst ausgehen. Der Kanton Zürich habe dagegen eine Quote von mehr als 90 Prozent beim Recycling-Beton, weil die Schweizer das Recycling explizit schon vor 2010 vorgaben.

Der Brecher bringt das Gestein in die vom Kunden gewünschte Körnung.

Kreisstraße aus Recyclingmaterial

2019 arbeitete auch die Strabag mit den Baustoffen von Feess. Das Bauunternehmen verbreiterte und erneuerte erstmals eine Kreisstraße zu 95 Prozent aus recyceltem Material, das je zur Hälfte mit mobilen Maschinen vor Ort aus dem Altmaterial aufbereitet wurde sowie von einem abgerissenen Autobahnabschnitt stammte, für den Feess in der Nähe den Auftrag für die Entsorgung erhalten hatte. So kann der Recycler Mischkalkulationen aus Materialannahme, Aufbereitung und Weiterverkauf machen.

Je kleiner und je reiner, desto teurer

Je nach Lieferaufkommen und Absatz bleiben Gestein und Erdreich aus Abbruch und Erdaushub zwei bis drei Wochen auf dem Recyclinghof, ehe sie binnen zehn Minuten gebrochen, gewaschen und gesiebt sind. Die Fraktionen aus aktuell 41 Wertstoffen lagern danach einen Tag oder drei Monate bis sich ein Abnehmer findet. Je Tonne Splitt erzielt das Unternehmen chargenabhängig fünf bis zehn Euro. Auf die kleinste, teuerste Körnung entfallen acht bis zehn Prozent der Tonnage. Steigt die Nachfrage, können größere Mengen produziert werden.

Preise und Verwertbarkeit hängen von der Sortenreinheit ab, die bei jedem Auftrag in- und extern mehrfach chemisch und physisch geprüft wird. Beim Gleisschotter kommt es etwa auf die Glyphosatbelastung an, die schon vor dem Entsorgen gemessen wird, und auf dem Förderband sortieren Helfer von Hand Störstoffe wie Holz, Kabelreste oder Ziegel aus. Zudem wird der Betrieb vom QRB (Qualitätssicherungssystem-Recycling-Baustoffe) überwacht, wodurch vermeintlicher Abfall wieder zu Material wird.

Recycling lohnt sich vor allem lokal

Auf Grund der hohen Transportkosten ist das Geschäftsmodell in der Regel nur im Umkreis von 25 Kilometern attraktiv, wäre aber zum Wohl der Umwelt und oft zur Schaffung oft einfacher, heimischer Arbeitsplätze bundesweit überall duplizierbar. Feess: „Was wir hier machen, müsste bundes- und weltweit Standard werden zum Wohl der Welt und des Klimas.“ Natürlich müsse man dafür zunächst viel in Maschinen investieren, Lager- und Aufbereitungsflächen ausweisen und Mitarbeiter qualifizieren. Der Schwabe rechnet aber vor, dass sich seine neue Splittsiebanlage in maximal fünf Jahren amortisiert und Deponieraum und Rohstoffe seien schon jetzt knapp und deshalb kostbar. Akut braucht Feess wegen des Baubooms in der Region Stuttgart Erweiterungsfläche für seinen Wertstoffhof, die ihm die öffentliche Verwaltung – unter Verweis auf den Naturschutz – aber noch nicht gewährt.

Auch im Hochbau hat Feess immer mehr Referenzen wie Bau- und Verwaltungsgebäude oder Schulen. So war denn die Architekten-Delegation aus dem Büro von Werner Sobek beeindruckt und zugleich hoffnungsvoll, hier auf der operativen Ebene einen Partner zu haben, der die Vision vom CO2-neutralen Bauen teilt und seinerseits Gebäude als Materiallager begreift. Büro-Vorstand Dr. Lucio Blandini, der weltweit 300 Mitarbeiter führt: „Wir müssen beim Planen und Bauen heute schon an die Entsorgung übermorgen denken.“

Textquelle: Leonhard Fromm, in: Deutsches Architektenblatt vom 18.02.2020

Bildquellen: Annette Wandel und Leonhard Fromm

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