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Ein Ort der Hoffnung

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Ein Ort der Hoffnung

Baustoffverwertung - Kirchheimer Unternehmen zeigt, dass es möglich ist: Recycling für nachhaltiges Bauen

Radlader im RC-Park Rabailen

Fein säuberlich getrennt: Was als Bauschutt ankam, wird bei Feess in Kirchheim zu wiederverwendbaren Baustoffen - wie Kies, Sand und Schotter.

Dem ersten Eindruck nach ist das Betriebsgelände der Firma Heinrich Feess in Kirchheim kein Ort, der Umweltminister anlockt. Sieht eher aus wie zu den biblischen Zeiten, als es hieß, die Erde sei wüst und leer. Kein Baum, kein Strauch, kein Grashalm. Dafür Halden voller Gesteinsbrocken, zerborstenem Beton, zersplitterter Ziegel, Granitschotter. Staubfahnen wehen über den Platz, Warnhupen fiepen, überdimensionale Radlader rasen umher, Baggerschaufeln lassen es krachen.

Eine coole Location für einen Apokalypse-Film. Tatsächlich aber einer der Orte der Hoffung, damit all die Szenarien von Klimakatastrophen oder einer ausgeweideten Erde nicht Wirklichkeit werden. Deshalb kam kürzlich Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller vorbei und händigte Firmenchef Walter Feeß die Urkunde für den Umweltpreis des Landes aus. Nichts Neues für Walter Feeß: Vor vier Jahren hat er bereits den Deutschen Umweltpreis erhalten.

» Wallfahrtsort «

Inzwischen ist sein Betrieb auch ein bisschen ein Wallfahrtsort der Politiker, der Medien und aller, die sich Lösungen erhoffen für ein großes Problem der Baubranche: Sie trägt nämlich zu rund 25 Prozent zum CO2-Ausstoß bei. Außerdem ist die Branche rohstoffintensiv: Allein in Deutschland werden pro Jahr über 500 Millionen Tonnen mineralische Stoffe vom Sand bis zum Stein verbaut. Die Branche ist gleichzeitig ein riesiger Abfall-Produzent: über 200 Millionen Tonnen Bauschutt werden jährlich weggekarrt.

Ein Ansatz, um da mehr Ökologie hineinzubringen, ist eine Kreislaufwirtschaft. Kein neuer Gedanke, aber bisher nur sehr unvollkommen umgesetzt. Walter Feeß weiß, wovon er da spricht. Seine Eltern haben den Betrieb im Jahr 1951 gegründet, erst als klassischen Baustoffhandel. Mit seinem Traktor fuhr Heinrich Feeß Sand und Kies herum. Der Betrieb wuchs, so kam später die Abbruch-Sparte hinzu.

Als Walter Feeß den Betrieb übernahm, wirtschaftete er ganz klassisch weiter: Was seine Bagger niederrissen, landete auf der Deponie. Es waren wirtschaftliche Gründe, die ihn ins Grübeln brachten: Das Abladen auf den Deponien wurde immer teurer. Könnte man das Abbruchmaterial nicht wieder zu Baustoffen recyceln? Seine Mutter betrachtete seine ersten Versuche mit Skepsis: Er werde den Betrieb in den Ruin führen.

Walter Feeß geht es vor allem um Abbruchmaterialien wie Ziegelsteine. Die werden entweder auf die Deponie gekippt oder als Füllmaterial für den Untergrund im Straßenbau verwendet. Das gilt zwar offiziell auch als Recycling, ist aber eigentlich ein Versenken von wertvollen Rohstoffen, sagt Walter Feeß. Auf seinem Recycling-Gelände trennen deshalb Rüttler den Abbruchschutt, eine Art Waschanlage hilft weiter beim Sortieren (so sinken dort zum Beispiel Metalle ab), von Hand muss auch noch manches rausgezogen werden - und so trennt sich der ganze Schutthaufen schließlich in 40 verschiedene Kiese, Schotter und auch Sand.

Beeindruckende Ausbeute

Die Wiederverwendungsquoten der Firma sind imposant: 99 Prozent beim Baugrubenaushub, 95 Prozent beim Bauschutt und 90 Prozent beim Gleisschotter (auch so ein Recycling-Feld der Firma). Dieser wiedergewonnene Schotter und Kies darf jetzt bis zu 45 Prozent in den sogenannten Zuschlag gemixt werden. Das ist eine Steinkörnermischung, die zu etwa zwei Drittel für die Beton-Herstellung gebraucht wird (der Rest ist Wasser und Zement). Bei dieser Rezeptur ist jetzt noch darauf zu achten, dass mindestens 70 Prozent der Recycling-Gesteine aus ehemaligem Beton sind, die restlichen 30 Prozent dürfen dann von Ziegeln sein.

Umweltschonender Beton

Dieser Beton mit diesem recycelten Kies heißt dann R-Beton, für ressourcenschonenden Beton. Denn der Kies, den zum Beispiel Walter Feeß liefert, muss nicht mehr aus Steinbrüchen gesprengt oder Kiesgruben geschürft werden.
Eigentlich stand R-Beton für Recycling-Beton. Das Problem war dann ein negatives Image: R-Beton könnte zweitklassig sein? Ist er aber nicht: Er ist ganz offiziell zum Bauen freigegeben, vor allem im Hausbau. Besten Anschauungs-Unter-richt bietet die Firma Feeß selber: Ihr Gebäude auf dem Recycling-Gelände ist aus R-Beton pur.

Solche Vorbild-Bauten gibt es inzwischen einige. Die Esslinger Kreissparkasse hat ihre neue Zentrale in R-Beton bauen lassen, eine Kirchheimer Schule wurde so errichtet, und auch die neue Landesanstalt für Umwelt in Karlsruhe wird so konstruiert. Wichtiger ist: Walter Feeß hat mittlerweile zwölf Betonwerke in der Region auf seiner Kundenliste, darunter drei Holcim-Betonwerke, die inzwischen zu 50 Prozent R-Beton ausliefern. Da ist dieser Werkstoff also schon problemlos im Bau-Alltag angekommen.

Viel Luft nach oben

Klingt toll, und bei 200 Mitarbeitenden und 60 Millionen Euro Umsatz im Jahr ist Baustoff-Recycling sicher auch wirt-schaftlich eine Nummer. Aber wenn man weiß, dass es 2 000 Beton-Werke bundesweit gibt, ist noch viel Luft nach oben.

Und so ist Walter Feeß nicht nur Unternehmer, sondern auch Missionar. Das Verwaltungsgebäude auf dem Recycling-Gelände ist als sogenanntes Kompetenzzentrum Kreislaufwirtschaft zu einem Info- und Schulungs-Haus ausgebaut. Wohin zum Beispiel Studierende eingeladen werden – künftige Entscheider, die so schon früh für das Thema Baustoff-Recycling sensibilisiert werden sollen. Aber auch aktuelle Akteure wie Baubürgermeister oder Architekten. Momentan geht das alles wegen Corona nicht.

Vielfach unterwegs (normalerweise) ist Walter Feeß auch zu Kongressen und Vorträgen. Wo er immer wieder auf die Vorteile des »Urban Mining«, wie das Baustoff-Recycling auch genannt wird, hinweist. Etwa auf die CO2-Vermeidung durch kurze Fahrten. Wenn in der Region Stuttgart ein Haus abgebrochen wird, ist der Schutt bald auf seinem Gelände in Kirchheim oder am Stuttgarter Neckarhafen, wo Feess ebenfalls Bauschutt aufbereitet.

Und zu den Betonwerken sind es auch kurze Distanzen. Es entfallen also die Fahrten zu Deponien – oft weit entfernt – oder von den Steinbrüchen und Kiesgruben, ebenfalls nicht gerade im Ballungsraum angesiedelt. In ganz Deutschland, rechnet Walter Feeß, lassen sich so jährlich 150 Millionen Lkw-Kilometer einsparen oder 300 000 Tonnen CO2: »Kreis-laufwirtschaft ist ein Riesen-beitrag für den Klimaschutz.«

Blockierende Vorschriften

Noch verhindert das eine Kombination aus Nichtwissen, Scheu vor dem Neuen oder Konkurrenzdenken: Natürlich ist die Lobby der Steinbrüche nicht auf das Alternativ-Angebot scharf. Und bei den Vorschriften hinkt auch manches hinterher. Den Sand zum Beispiel, den Feess gewinnt, darf die Firma noch nicht an die Betonwerke weiterreichen. Immerhin: Die Forschung geht weiter, die Vorschriften könnten die Zulassungen von recycelten Materialien ausweiten.

Also muss Walter Feeß weiter werben. Immerhin, eine Empfehlung mehr hat er jetzt schon im Gepäck: »Walter Feeß ist ein Pionier. Wir brauchen mehr Feeß im Land«, sagte Franz Untersteller bei der Preisverleihung. »Bei ihm wird längst umgesetzt, was in den nächsten Jahren noch viel mehr an Bedeutung gewinnt.« Info: Das Land hat einen Leitfaden zum R-Beton heraus-gegeben, der im Internet abrufbar ist. (GEA)

Zum Leitfaden

Quelle: Reutlinger Generalanzeiger / Südwest Presse, Freitag, 07.05.2021, Text und Fotos: Wolfgang Albers

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